Rente erst mit 67 Jahren
Das Rentenalter wurde auf 67 Jahre festgelegt. Das bedeutet für viele ab 50: länger arbeiten. Doch wie motiviert man sich bis dahin und woraus holt man die Kraft und die Energie?
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Arbeiten bis 67
Die Rente mit 67 ist beschlossene Sache. Das heißt für viele über 50: länger arbeiten. Doch wie motiviert man sich bis dahin? Wo holt man sich die Kraft, um den immer anstrengenderen Arbeitsalltag zu schaffen? 5 Leser des plus Magazins berichten über ihre persönliche Kraftquelle.
Mich motiviert, dass ich etwas an Jüngere weitergeben kann!
Heidrun S. (54) ist Unternehmensberaterin und hat einen Sohn.
"Die Arbeit für internationale Konzerne macht mir Spaß. Als Unternehmensberaterin helfe ich normalerweise Managern. Aber irgendwann war ich an dem Punkt, an dem ich dachte: Ich brauche wieder mehr Kontakt zu einzelnen Menschen; ich kann doch nicht die nächsten zehn oder noch mehr Jahre so weiterarbeiten. Große Firmen zu unterstützen ist das eine. Aber einem Einzelnen zu helfen ist eine ganz andere Sache. Von Mensch zu Mensch sieht man die Erfolge viel unmittelbarer und man kann auch viel direkter eingreifen.
Diese Erkenntnis hat mich regelrecht beflügelt – auch im Beruf. Ausgangspunkt war Jenni. Seit einem Jahr bin ich nebenher Jennis „Jobpatin“. Gefunden habe ich mein „Patenkind“ über das Ausbildungsprojekt der Bürgerstiftung Pfalz. Ich habe ihr geholfen, einen Ausbildungsplatz zu finden, und jetzt unterstütze ich sie mit Rat und Tat, damit sie durchhält. Der Betrieb, in dem Jenni arbeitet, wollte zunächst keine Hauptschülerin. Aber ich habe mit ihr geübt, sich gekonnt zu präsentieren. Endlich hatte ich das Gefühl, mein Management-Wissen einmal sinnvoll einsetzen zu können. Und Jenni hat alles so toll aufgenommen, einen sehr guten Eindruck hinterlassen, durfte schließlich ein Praktikum machen und wurde dann genommen. Ich war so stolz auf sie. Und auch ein bisschen auf mich. Wenn Jenni ihre Sache gut macht, wenn sie mich nach einer Prüfung anruft und sagt, wie es gelaufen ist, sehe ich auch die Früchte meiner Arbeit. Und Jenni fragt mich sehr oft um Rat. Nicht immer passt ihr meine Antwort. Umso mehr freue ich mich, wenn sie dann doch meine Anregung annimmt. Und sie zeigt mir: In Jugendlichen steckt unsere Zukunft und wenn man sie richtig fördert, werden sie auch gute, engagierte Mitarbeiter. Ein schöner Gedanke, der mir auch für meine Arbeit hilft."