Für immer jung
Sich frei fühlen, etwas Verrücktes tun, nicht immer vernünftig sein. Klar, das ist das Privileg der Jüngeren. Es sei denn, man hat sich ein bisschen Verrücktsein bewahrt.
Muss man als Frau jede Erwartung erfüllen?

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Pure Lebensfreude
Sich frei fühlen, nicht immer vernünftig sein. Was andere denken? Egal: Es zählt nur eines: pure Freude am Leben!
Tut man das mit fast 50? Als Frau samstags ins Stadion rennen, in voller Fan-Montur? "Natürlich", sagt Christine W. (49) vom Fan-Club "Betzemääd" aus Kaiserslautern, "weil man sich unendlich frei fühlt."
"Ihr seid ja verrückt ... " Wie oft haben wir diesen Satz schon gehört. Und jedes Mal denken wir: Ja, wir sind ein bisschen verrückt, weil wir uns mit knapp 50 die Freiheit nehmen, auszuflippen, kämpferisch zu sein, zu kreischen und zu jubeln – bei Toren vor Freude, bei Fouls vor Wut; weil wir lieber in rot-weißer Montur ins Stadion gehen als zum Einkaufsbummel. Sollen uns andere ruhig für verrückt halten, uns lauter schräge Blicke zuwerfen, wenn wir nach einem Sieg laut singend durch die Fußgängerzone ziehen.
Müssen gerade wir Frauen immer Konventionen erfüllen, die man von uns erwartet? Krankenschwester oder Bürokauffrau, Mutter und Hausfrau – das sind wir in der Woche. Aber hat nicht jeder das recht, sich irgendwo ganz frei zu fühlen, Spaß zu haben, für etwas einzustehen, tun, was man mag? Und das Gefühl, Teil einer tollen Gruppe zu sein, beflügelt jede von uns. Wer traut sich schon das alles? Zusammen sind wir die "Betzemääd", der verrückteste Fanclub des 1. FC Kaiserslautern. Wahrscheinlich hätten wir uns das mit 20, 30 oder 40 gar nicht getraut. Wahrscheinlich denkt man in diesem Alter eher noch daran, dass man bestimmte Erwartungen der Umgebung erfüllt. Man braucht vielleicht einfach eine gewisse Reife, um auch solche Dinge loslassen zu können.