Immer geradeaus, immer nach Norden
Einmal im Leben mit dem Schiff zum Nordkap
Diesen Traum erfüllte den sich Stefanie Wiggenhorn
an Norwegens Küste. Das Atemberaubende waren jedoch nicht haushohe Eisberge, unendliche Fjorde und farbgewaltige Regenbögen. Es war die unermessliche Ruhe.
Tag 1
Deck 7
© Fotograf
Toller Ausblick in den Fjord
Sanft wiegt die MS Nordlys ihre gut 400 Passagiere im Schein des Vollmonds an zart begrünten Felsen entlang, die mit ihren scharfen Konturen wie Scherenschnitte wirken. Das Licht vereinzelter Fischerhäuser malt gelbe Tupfen in die karger werdende Landschaft. Erst vor einer Stunde ist es her, dass das Schiff den Hafen von Bergen verlassen hat. Sattblaues Mondlicht zaubert in dieser sternklaren Nacht märchenhafte Gestalten ins Fahrwasser. Mal wirkt der sich spiegelnde Mond wie ein springendes Rentier, mal wie eine lautlose Geisterhand, dann tanzt das Mondlicht wie ein jubilierendes Feuerwerk auf dem Wasser.
Der Wind weht noch hart jetzt im April, die Kapuzen tun gut, Müdigkeit macht sich breit, obwohl man gar nicht genug davon bekommen kann, an der Reling zu stehen, um zu sehen wie sich die MS Nordlys vorankämpft. So trolle ich mich in meine blau-weiße Bullaugen-Kabine auf Deck 2, wo ich dank der Melodie des gleichmäßigen Maschinentuckerns in einen tiefen Schlaf sinke.