Vorteile für Privatpatienten?
Privatpatient müsste man sein, denken viele: Man bekommt schneller einen Termin, wird besser behandelt, erhält wirksamere Medikamente. Doch stimmt das wirklich?
Privatpatient? Lieber nicht!

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Privatpatienten können viel sparen
Viele denken, dass Privatpatienten bevorzugt behandelt werden. Doch leider stimmen diese Mythen nicht, wie diese Fakten zeigen.
Der Mythos:
Privatpatienten zahlen weniger für ihre Krankenversicherung.
Die Fakten: Für Jüngere stimmt das oft. Aber: Die Prämien sind altersabhängig. Je älter man wird, umso höher ist das Risiko für die privaten Kassen und umso höher ist der Beitrag. Prämien von 1.000 € im Monat sind bei privat versicherten Rentnern nicht selten. Zudem steigen die privaten Prämien viel steiler. 2010 teilweise um bis zu 10 %! Zum Vergleich: Die Beiträge zur gesetzlichen Kassen stiegen von 2010 bis 2011 nur um 0,6 %.
Der Mythos:
Privatpatienten werden zügiger an Spezialisten überwiesen.
Die Fakten: Das Gegenteil ist der Fall, fand das Wissenschaftliche Institut der Privaten Krankenversicherungen heraus. Demnach doktern niedergelassene Ärzte sogar länger an Privatpatienten herum. Denn: Bei privat Versicherten erhalten Ärzte jeden einzelnen Termin vergütet. Bei gesetzlich Versicherten hingegen bekommen sie einen Betrag fürs gesamte Quartal, d. h., je häufiger Patienten kommen, umso weniger lukrativ sind sie für Ärzte.
Der Mythos:
Privatpatienten erhalten bessere Medikamente und Methoden.
Die Fakten: Es stimmt, dass private Kassen neue Methoden und Medikamente eher bezahlen und insgesamt mehr Präparate erstatten. Aber:
- Oft sind die Erfolge und Nebenwirkungen neuer Methoden und Mittel noch gar nicht langfristig belegt.
- Bei anderen Mitteln, die gesetzliche Kassen schon lange nicht mehr zahlen (z. B. Erkältungspräparate), ist es auch höchst zweifelhaft, ob sie überhaupt etwas bringen.
- Dagegen sind Methoden und Mittel, die gesetzliche Kassen übernehmen, besonders streng geprüft, z. B. durch den gesamten Bundesausschuss.