So beugen Sie vor!

Ein gebrochener Oberschenkelhals – klingt harmlos, ist es aber nicht: 43.000 Menschen sterben daran pro Jahr, überwiegend ältere Frauen. Prof. Jörg Jerosch, einer der führenden Experten, erklärt, worauf jeder, auch mit Blick auf die Eltern, achten sollte.

Der Experte Herr Prof. Jerosch im Interview

Der Experte Herr Prof. Jerosch im Interview

Herr Prof. Jerosch, man will es kaum glauben, 170.000 Oberschenkelhalsbrüche pro Jahr und jeder Vierte endet tödlich. Warum ist der Bruch so gefährlich?

Prof. Jerosch: Nicht der Bruch ist so gefährlich, sondern weil man danach etwa zwei Wochen im Bett liegen muss. Und dadurch entsteht schnell eine Lungenembolie oder eine Lungenentzündung; das ist entscheidend.

Also ist im Bett liegen gefährlich?

Ja, wenn man tagelang liegt, ist das so. Erst recht, wenn der Körper sich noch von einer OP erholen muss, bei der Schrauben und Platten eingesetzt wurden. Daraus entstehen zwei Komplikationen:

• In den Beinen kann sich ein Blutgerinnsel bilden, das über die Venen zur Lunge wandert und dort eine gefährliche Embolie auslöst.

• Im Liegen atmet man flacher, was dazu führt, dass Lunge und Bronchien stärker verschleimen. Im Schleim vermehren sich dann gefährliche Bakterien, die eine Lungenentzündung verursachen.

Und dagegen können Ärzte nichts machen?

Doch, natürlich, mit Heparin-Spritzen senkt man das Risiko einer Thrombose; spezielle Übungen des Physiotherapeuten stärken die Lunge; gegen Lungenentzündung wirken Antibiotika usw. Dennoch sterben Patienten, weil sie einfach zu schwach sind.

Was kann man tun?

Vor allem Stürze vermeiden. Denn Oberschenkelhalsbrüche sind meist Folge eines Sturzes. Gerade beim Verhindern von Stürzen sind Angehörige gefordert. Denn Oberschenkelhalsbrüche erleiden häufig Ältere, meist Frauen über 70.

 

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